Ich geb einen aus

„Kaufe 1, zahle 2“ – so einfach kann Nächstenliebe sein. Kaufe einen Kaffee, zahle zwei – der zweite geht als Bon auf die Magnettafel, und der Nächste, wer immer er ist, kann ihn sich nehmen und einlösen. „Ik geev een ut, lang man bi!“, so lautet die Überschrift auf dem Festland, und für die Kirchengemeinde Westerland heißt es auf hochdeutsch „Ich geb einen aus. Lang zu!“. Auf Sylt konnte die Bäckerei Raffelhüschen zum Mitmachen gewonnen werden, Pastorin Anja Lochner und Pastor Simon Ulrich übergaben in der Kjerstraße das Schild an den Inhaber und Geschäftsführer Thomas Raffelhüschen.

„Ich kannte das Projekt schon von anderen Bäckereien“, sagt Thomas Raffelhüschen bei der Übergabe der Magnettafel. Bundesweit ist die Idee als „Brot am Haken“ bekannt. Anja Lochner war auf ihn zugegangen mit der Anfrage, und er hatte sofort zugestimmt. Die Filiale in der Kjerstraße eignet sich besonders für das Projekt, weil hier nicht nur Touristen vorbeikommen, sondern auch Menschen, die auf Sylt leben oder arbeiten. Auch Bedürftige gibt es auf der Insel, erzählt Anja Lochner, die Tafel versorge jede Woche bis zu 80 Menschen. „Wir haben gerade in der Corona-Zeit erlebt, dass viele Menschen helfen wollen“, ergänzt Simon Ulrich.

Jeder kann geben, und jeder kann nehmen, das ist das Prinzip der Aktion. Niemand muss sich ausweisen, es wird nichts überprüft – es ist völlig unkompliziert und unbürokratisch. Die Bäckerei Raffelhüschen beteiligt sich als eine von bisher drei Bäckereien an der Aktion des Kirchenkreises Nordfriesland, die dieser im Zusammenhang mit dem Jahresmotto „Make Nächstenliebe great again“ entwickelt hat.